Wolfgang Herrndorf, tschick

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Als Erstes ist da der Geruch von Blut und Kaffee.

Kennt ihr das: Bücher, die ihr schon seit gefühlten Ewigkeiten lesen wollt und dann kommt doch immer wieder ein anderes Buch dazwischen? Ich darf gar nicht drüber nachdenken, wie viele solche Bücher auf meiner „Will ich unbedingt noch lesen“-Liste stehen … aber manchmal hat das ja auch so seinen Sinn, denke ich. Wie in diesem Fall. Ich glaube, es gibt inzwischen kaum jemanden da draußen, der sich für Bücher interessiert und noch nie etwas von Wolfgang Herrndorf und seinem „Durchbruch“ mit dem Buch „tschick“ gehört hat. Oder?
Vier Jahre ist das nun her. Und ich hatte das Buch immer noch nicht gelesen (siehe oben). Bis das neue Programm der Edition Büchergilde ins Postfach flatterte, mit genau diesem Buch aber (ha!) auch noch illustriert. Jeder der ein bisschen diesen Blog verfolgt weiß, dass ich besonders illustrierte Bücher liebe. Da war klar: das Warten hatte einen Sinn!

Für die wenigen, die von dem Buch vielleicht noch nichts gehört haben: es ist eigentlich ein Jugendbuch, aber auch wunderbar für Erwachsene geeignet (die wie ich beim Lesen wahrscheinlich unglaublich froh sind, dass die elendige Pubertät zum Glück lange vorbei ist). Im Mittelpunkt steht Maik, 14, seiner Meinung nach gefühlt der Langweiler in seiner Klasse. Auch zu Hause ist das Leben nicht immer einfach, die Mutter ist regelmäßig auf der Beautyfarm (alias Alkoholentzug), der Vater insolvent und hat gleichzeitig noch eine Affäre mit seiner Assistentin. Doch dann kommt Tschick in seine Klasse, mit dem eigentlich keiner etwas anfangen kann, über den hinter seinem Rücken viel getuschelt wird und der gelegentlich eine Alkoholfahne hat. Als die Sommerferien beginnen, sorgt Tschick dafür, dass diese für Maik und für ihn unvergesslich werden. Mit einem geklauten klapprigen Lada soll es aufgehen in die Walachei, zu Tschicks Verwandten. Eine abenteuerliche Reise beginnt, nach der für keinen der beiden Jungs mehr etwas so ist wie vorher.

Die Illustrationen von Laura Olschok greifen Elemente der Geschichte auf, mit sehr präzisem Strich und einer reduzierten Farbigkeit. Sie ergänzen die Geschichte wunderbar, auch wenn es der Aussage der Illustratorin für sie sehr ungewohnt war, da sie eher aus der Fantasy-Ecke kommt. Trotzdem sehr gelungen, muss ich sagen! Ebenso wie die schöne Covergestaltung inklusive des dreifarbigen Buchschnitts (wunderbar, solche Details!). Einfach eine ganz besondere Ausgabe eines ganz besonderen Buches, wunderbar auch zum verschenken!

Das Buch ist bei der Edition Büchergilde erschienen.

Herzlichen Dank an Stephanie Haerdle!

L.

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