Dörte Hansen, Altes Land

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In manchen Nächten, wenn der Sturm von Westen kam, stöhnte das Haus wie ein Schiff, das in schwerer See hin- und hergeworfen wurde.

Wie der Titel des Buches schon sagt, geht es in den hohen Norden ins „Alte Land“.Im Mittelpunkt des Buches steht ein altes Gut im Alten Land und  zwei Frauen: Vera, die mit ihrer Mutter als Flüchtling aus Ostpreußen auf den Hof kam, und Anne, Veras Nichte, die nach dem Betrug ihres Mannes mit ihrem Sohn aus der Hipster-Mutterwelt in Hamburg-Ottensen Zuflucht auf dem Hof sucht. Vera hat fast ihr gesamtes Leben auf dem Hof verbracht und doch ist sie nie wirklich heimisch geworden. Anne will einer Welt entkommen, die voller besserwisserischer Eltern ist, in der sie sich nicht zugehörig fühlt – zumal ihr Schriftsteller-Mann sie mit seiner Lektorin betrügt.
So entsteht eine neue Schicksalsgemeinschaft, die für alle große Veränderungen mit sich bringt.Es fällt mir schwer, das Buch adäquat in wenigen Worten zu beschreiben, weil doch noch so viel mehr dahintersteckt: die schwierige Familiengeschichte, die beide verbindet und für beide Frauen eine große Last bedeutet. Und zugleich ist es eine neue Chance, etwas zu ändern, auch wenn diese Veränderungen vorher nicht unbedingt gewollt waren.
Sehr besonders fand ich auch die ganz eigene Sprache von Dörte Hansen, wie man oben schon am ersten Satz lesen kann, mir ging es fast so, als würde ich die Klänge hören und die Bilder dazu sehen, so sehr beschwört sie dies mit ihren Worten herauf.

Das Buch ist bei Knaus erschienen.

L.

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