Favel Parrett, Jenseits der Untiefen

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Draußen, jenseits der Untiefen, jenseits der sandbödigen Buchten, kommt das dunkle Wasser – schwarz, kalt und tosend.

Der Roman von Favel Parrett spielt in ihrer Heimat, auf der Insel Tasmanien.Das Meer steht absolut im Mittelpunkt des Lebens der drei Brüder Joe (dem Ältesten), Miles und dem Jüngsten Harry. Ihr Vater ist Fischer, Miles muss auf seinem Boot aushelfen, während Harry durch seine Seekrankheit davor geschützt ist. Er sammelt am Strand Muscheln oder andere schöne Dinge, während sein geliebter Bruder Miles auf See ist. Joe ist schon länger zuhause ausgezogen und hat im Haus seines Großvaters gelebt, nachdem der unberechenbare Vater ihm den Arm gebrochen hatte. So leiden v.a. Miles und Harry unter den Attacken des Vaters, wenn diese wieder betrunken ist. Miles kümmert sich rührend um Harry und versucht, ihm Geborgenheit zu geben, da ihr Mutter bei einem Autounfall ums Leben kam. Doch auch er kann Harry letztlich nicht retten…
Man spürt es in Favel Parrets Worten, dass ihr das Leben und die Landschaft auf Tasmanien vertraut sind, beispielsweise wenn sie über das Surfen schreibt. Sie lässt in einer klaren, schönen Sprache zugleich die Rauhheit des Lebens lebendig werden, der vor allem Miles und Harry gnadenlos ausgesetzt sind. Es ist ein sehr fesselndes, berührendes und trauriges Buch, in dem immer wieder kleine Lichtblicke am Horizont auftauchen. Obwohl es ein eher schmales Buch ist (219 Seiten), entwickelt es eine unglaubliche Wucht.

Das Buch ist bei Hoffmann und Campe erschienen.

L.

 

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