Thomas Meyer, Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

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„Mottele, wo bist du? Ich mache mir sorgn!“

Motti alias Mordechai Wolkenbruch lebt in Zürich, wo er studiert und nebenbei in der Versicherung seines Vaters tätig ist. Er ist orthodoxer Jude, und sein wohl größtes Problem ist seine mame, die so gar nicht verstehen kann, warum ihr jüngster Sohn immer noch nicht verheiratet ist – obwohl sie  ständig Treffen mit möglichen  Heiratskandidatinnen arrangiert. Motti hingegen hat so eine Ahnung, woran das liegt: alle jungen Damen sind im Prinzip wie seine Mutter. Klar, dass sie von ihnen begeistert ist, ihm reicht jedoch eine anstrengende Dame in seinem Leben. Zumal er sich an der Uni in seine Kommilitonin Laura verliebt hat, die jedoch einen entscheidenden Nachteil hat: sie ist eine Schickse, also eine Nichtjüdin. Damit gehen die Probleme erst los, denn Motti fängt an, mit seinem bisher so vorgegebenen Leben zu hadern und sich zu fragen, ob sein Weg womöglich ein ganz anderer ist.
Zu Beginn musste ich erst ein bisschen in den Schreibstil von Thomas Meyer hineinfinden, was jedoch wunderbar erleichtert wird durch das Jiddisch-Glossar am Ende des Buches. Dank der vielen Begriffe wird eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen, herrlich passend zur Geschichte.
Es ist schon eine ernste Geschichte, aber mit so viel Humor und Augenzwinkern erzählt, dass ich es Motti sehr gut nachfühlen konnte, dass er der allmächtigen Mame entfliehen möchte.
Ich habe das Buch von einer lieben Freundin geschenkt bekommen, die in Zürich lebt und mir erzählt hat, dass sie einige der im Buch beschriebenen Stellen kennt und man dann natürlich beim Lesen immer die wirkliche Welt vor Augen hat.
Wirklich ein sehr außergewöhnliches und empfehlenswertes Buch!

Das Buch ist bei Diogenes erschienen.

L.

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