Erik Axl Sund, Krähenmädchen

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Das Haus war über hundert Jahre alt, und die massiven Steinwände waren meterdick, was bedeutete, dass sie sie wahrscheinlich gar nicht zu isolieren brauchte, aber sie wollte lieber auf Nummer sicher gehen.

Die Serie des Autorenduos Erik Axl Sund wurde als „Sensation der schwedischen Spannungsliteratur“ angepriesen und stark beworben, und da ich eh gerne skandinavische Krimis lese, hab ich mir gedacht: Klingt gut.
Die Geschichte wird aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt: zum einen aus Sicht von Kriminalkommissarin Jeanette Kihlberg und zum anderen aus Sicht der Psychotherapeutin Sofia Zetterlund. Die Kommissarin muss den Fall eines toten Jungen aufklären, der vor seinem Tod schwerst misshandelt wurde. So kommt sie auch in Kontakt mit Sofia, deren Fachgebiet multiple Persönlichkeitsstörungen sind.
Doch bevor Jeanette Kihlberg den Mord aufklären kann, gibt es schon wieder ein Opfer…
Wie viele Krimis habe ich auch diesen in einem Rutsch durchgelesen. Und schon während des Lesens habe ich festgestellt, dass es schon spannend ist, aber mir irgendwie zu platt. Zwar wird versucht, verschiedene Geschichten miteinander zu verknüpfen, aber dies ist bei diesem Buch meiner Meinung nach weit entfernt von beispielsweise Stieg Larsson, der es unglaublich geschickt verstand, ein Spinnennetz im Hintergrund zu knüpfen und die Geschichte mit Tiefe zu versehen. Und man war bei ihm immer überrascht, was alles noch so dazu kam.
Was mich besonders geärgert hat: die platten Klischees um die Kunstwelt, dass der bisher erfolglose Künstler und Ehemann der Kommissarin von einem Tag auf dem anderen zu einem hochdotierten Künstler wird, der innerhalb weniger Tage Ausstellung und Katalog in einer Galerie bekommt (sowas braucht viel Zeit und Vorarbeit), gleich einige Werke hochpreisig verkauft und ganz nebenbei ist die Galeristin auch noch ne heiße Sahneschnitte. Sorry, ganz weit weg von der Wirklichkeit, ist wahrscheinlich eh keinem Schwein außer mir aufgefallen, aber ich finde sowas schrecklich.
Meiner Meinung nach wurde hier viel Wirbel um eher wenig Inhalt gemacht, wer also auf der Suche nach einem spannenden Buch ist, sollte vielleicht lieber weiter suchen.

Das Buch ist bei Goldmann erschienen.

L.

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