Nicole Zepter, Kunst hassen

P1030628

Es gibt keine Gesellschaft ohne Kunst.

Der Titel lässt natürlich erst mal aufhorchen. Ist der Hass doch ein sehr starkes Gefühl, und man kann doch nur hassen, wenn man auch  liebt. Folglich muss man auch fähig sein, Kunst zu lieben. Vorweg ist zu sagen, dass Nicole Zepter sich weniger auf das Kunstwerk an sich bezieht, wenn sie vom „Hassen“ spricht, sondern eher von dem oberflächlichen Drumherum, das zur Kunstwelt leider dazugehört. Da stimme ich absolut mit ihr überein. Sie schreibt u.a. darüber, wie einige Kuratoren Kunstwerke für ihre Ausstellungen ausgesucht haben, was diese Werke so besonders macht. Darüber, wie sich Kunstwerke zunehmend nur einem geringen Kreis an „Eingeweihten“ erschließen, der Großteil der Besucher aber außen vor bleibt. Wie Ausstellungen immer mehr zu einem Einheitsbrei werden, wie kaum mehr etwas gewagt wird. In sehr vielen Punkten stimme ich mit ihr überein, wahrscheinlich habe ich beim Lesen meistens genickt. Es ist auch sehr unterhaltsam geschrieben, kein Zweifel.
Was mir aber gefehlt hat, ist über diese Bestandaufnahme hinaus zu gehen. Was könnte man anders machen? Oder waren da meine Ansprüche schlicht zu hoch? Es kratzt an der Oberfläche, mehr aber eben auch nicht.

Trotzdem finde ich es einen spannenden, bisweilen lustigen schmalen Band für Kunstfreunde und Menschen, die beruflich mit Kunst zu tun haben. Und sehr schön ist auch der Leineneinband, da hat der Verlag einfach ein Händchen für besondere Dinge.

Das Buch ist im Tropen Verlag erschienen.

L.

Advertisements
1 Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: