Stefan Adrian, Bluffen

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Der Abend der Entführung war einer dieser Tage im Herbst, an dem die untergehende Sonne breit über dem Horizont zerfloss wie ein zerschlagenes Ei.

Der Roman von Stefan Adrian nimmt uns mit in das Berlin der Nullerjahre, an der Seite eines jungen Mannes, der nach dem Abi immer auf der Suche ist, nach sich, nach seinem Leben, das irgendwie doch so oft anders ist, als er es sich vorgestellt hat. Ohne Studium und Ausbildung hangelt er sich von einem Job zum anderen, mal als Barkeper, mal als Botenfahrer, oder als Anzeigenverkäufer. Eines haben alle seine Jobs gemein: er kann gerade so davon leben, oder besser gesagt: er ist ein Protoytyp des Prekariats. Um einen Ausgleich zu all diesen Jobs zu finden, betreibt er nachts mit einem Freund Adbusting-Kampagnen – diese erfüllen ihn mit einem Leben, dass er sonst in seinem Alltag nicht findet. Auch in der Liebe ist er hin- und hergerissen, stets auf der Suche und oft an Grenzen balancierend. Und dann ist da diese Entführung, die er mit plant und durchführt, in die alles mündet.
Stefan Adrian schafft ein unglaublich lebensdiges, pulsierendes, oftmals atemloses Porträt eines Menschen und auch der Stadt Berlin. Viele Künstler aus dem Street-Art-Bereich, die im Buch erwähnt wurden, waren mir sehr vertraut, da es ein Teil meiner Bachelor-Arbeit war. So hatte ich viele passende Bilder vor Augen. Auch ist es ein Buch, das man nicht mal so nebenbei liest, es verlangt die volle Aufmerksamtkeit, um die Geschichte und die vielen Menschen einordnen zu können – und dann zieht es einen richtig rein. Das einzige, was mich etwas ratlos zurück gelassen hat, war der Schluss: ich hab in meinem Tolino geblättert, ob es das jetzt tatsächlich war.

Das eBook ist bei mikrotext erschienen.

Vielen Dank an Nikola Richter für das eBook!

L.

 

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