Julian Barnes, Vom Ende einer Geschichte

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Ich erinnere mich in ungeordneter Reihenfolge an:

Tja, das ist so ein Buch, das ich mir eigentlich als richtiges Buch hätte kaufen sollen. Es geht um die eigene Vergangenheit, wie man sie in Erinnerung behält und ob dies tatasächlich immer die Wahrheit oder nur Wunschdenken ist. Oder, um es mir einem Zitat aus dem Buch zu verdeutlichen:
„Das ist doch ein Kernproblem der Geschichtsschreibung, nicht wahr, Sir? Die Frage der subjektiven gegenüber der objektiven Interpretation, die Notwendigkeit, die Geschichte des Geschichtsschreibers zu kennen, damit wir verstehen, warum uns gerade diese Version unterbreitet wird.“ (S.28)
Passenderweise hatte ich mich beruflich gerade zu einer Ausstellung genau damit beschäftigt – manchmal liest man einfach genau das richtige Buch zum idealen Zeitpunkt. Auch wenn sich das Zitat auf die allgemeine Geschichtsschreibung bezieht, so lässt sich dies wunderbar auf das eigene Leben übertragen – im Fall des Buches auf das Leben von Tony Webster. Am Anfang begleiten wir ihn und seine Freunde als Teenager, als ein neuer Klassenkamerad dazustößt: Adrian Finn, der scheinbar immer einen Schritt voraus ist und mehr weiß, als die anderen (weshalb auch jeder um seine besondere Aufmerksamkeit buhlt). Obwohl sie an unterschiedlichen Universitäten studieren, bleibt die Clique in Kontakt – bis Adrian Selbstmord begeht.
All dies wird wieder ans Licht geholt, als Tony gut vierzig Jahre später den Brief eines Anwalts bekommt und damit die Gelegenheit, die eigene Geschichte nachzuspüren. Mit sehr überraschenden Folgen…

Das Buch hat mich unglaublich gefesselt, das Ende war wirklich mehr als überraschend. Und ständig schwebt diese Frage im Raum: „Wie ist es mit meinem eigenen Leben? Wieviele Dinge habe ich anders in Erinnerung, als sie womöglich waren?“.
Unbedingt lesen, auch wenn es nicht immer leichte Kost ist und man manchmal wirklich hochkonzentriert sein muss, um die Geschichte ganz zu verstehen.

Das Buch ist im KiWi-Verlag erschienen.

L.

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