Jonathan Safran Foer, Tiere essen

Als ich klein war, verbrachte ich das Wochenende oft bei meiner Großmutter.

Ich habe Weihnachten 1999 das letzte Stück Fleisch gegessen, ein halbes Jar später dann den letzten Fisch. Mein Gedanke war damals – sehr naiv, ich weiß – dass kein Tier mehr für mich sterben sollte. Ich bin keine von diesen militanten Vegetariern, die sich für etwas besseres halten oder andere missionieren wollen. Aber ich bin eine von denen, die es absolut nicht verstehen kann, wie man Fleisch und Fisch essen kann, ohne sich Gedanken über dessen Herkunft und Entstehen zu machen.
Das Buch „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer ist kein striktes Plädoyer für vegetarische oder vegane Ernährung. Der Autor geht schlicht und einfach der Frage nach, was es bedeutet, Tiere zu essen. Woher die meisten Tiere für den Verzehr stammen, welches – meist unwürdige Leben – sie dafür in Kauf nehmen mussten, und auch was uns, den Verbrauchern, da so alles untergejubelt wird. Ausgangspunkt war für ihn die Geburt seines Sohnes und die Frage, ob er ihm „Tiere essen“ zumuten kann.
Meiner Meinung nach sollte dieses Buch jeder lesen, weil es einem die Augen öffnet bzw. bewusst macht, was man allzu gerne verdrängt. Die daraus folgenden Konsequenzen muss jeder für sich selbst entscheiden.
Ich rechne es dem Autor hoch an, dass er einen sehr klaren und nüchternen Schreibstil hat, manchmal merkt man ihm den Philosophen an. Was aber sehr passend ist, meiner Meinung nach. Manche Schilderungen gingen mir sehr an die Nieren, manchmal hatte ich Tränen in den Augen. Auch das kann ein Sachbuch auslösen.

Das Buch ist im Fischer Verlag erschienen.

L.

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