Manfred Bockelmann

Durch Zufall habe ich einen sehr spannenden Künstler entdeckt, als auf 3sat die Sendung „Manfred Bockelmann – Sammler der Augenblicke“ lief. Ich hatte noch nie von ihm gehört, doch seine Werke haben mich von Anfang an fasziniert.


Er erzählte sehr wunderbar und sympathisch von seinem Werdegang und seiner künstlerischen Entwicklung. Anfangs arbeitet er als Reportagefotograf, auch heute noch nutzt er die Kamera leidenschaftlich gerne als Dokumentationsmedium. Die Fotografie bedeutet für ihn das Festhalten eines Augenblickes, die Malerei hingegen ist die Summe vieler verschiedener Augenblicke.
Sein künstlerisches Schaffen ist sehr vielseitig, so arbeitet er sehr häufig mit dem Motiv des Horizonts. Dazu erzählte er im Film eine Anekdote über seine Reise mit Friedensreich Hundertwasser auf dessen Boot „Regentag“, die er fotografisch festhielt. Hundertwasser habe gesagt, der Horizont ist das Wichtigste, den Rest kann sich der Mensch dazu erfinden.
Häufig hat ihn der Zufall zu seiner Arbeitsweise geführt, wie z.B. bei den sogenannten Spannbögen. Er blieb zufällig mit einer Leiste in der Decke eines Zimmers hängen, wodurch sich der erste Spannbogen ergab und zahlreiche weitere folgten, sowohl als Skulptur im Raum als auch in der malerischen Auseinandersetzung.
Sehr beeindruckend finde ich auch seine Kohlezeichnungen, häufig über New York, wodurch er von der Fotografie inspiriert wurde.
Am berührendsten finde ich seine „Zeichnungen gegen das Vergessen“. Dazu kam es, als er sich mit der Frage beschäftigte, wie er sich mit dem Holocaust auseinandersetzen kann, obwohl er – 1943 geboren – keine eigene Erinnerung an diese Zeit hat. Er näherte sich dem Thema über Fotografien von Kindern, die bei deren Ankunft im KZ gemacht wurden. Nach eigener Aussage wird er sich bis an sein Lebensende mit diesen Zeichnungen beschäftigen, um gegen das Vergessen anzukämpfen.
Sehr interessant fand ich auch seine Aussage, dass für ihn ein gutes Bild ausmacht, wenn der Betrachter mit der eigenen Fantasie auf die Bilder reagiert und andere Dinge sieht, als es der Maler beabsichtigt hat.

P.S. Nur am Rande sei erwähnt, dass Manfred Bockelmann der Bruder von Udo Jürgens ist.

L.

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