Michaela Math

Eine Linie, die meine Bewegung an der Oberfäche beschreibt. In ihr ist schon alles enthalten. Ich lasse sie schweben oder ich gebe ihr Zeit, sich zu verdichten und zu verlangsamen. Wenn jemals, dann werden die Linien hier Zeichnung: An dem Punkt, an dem das sich das Konstrukt noch nicht vollständig kennen kann und trotzdem beginnt, seine Zeit selbst (und mich mit ihr) neu zu ordnen.
Michaela Math, 2008

2008 sah ich die Ausstellung von Michaela Matt im Kunstverein Dortmund und war sofort fasziniert von ihren Arbeiten.

Feine Graphitlinien auf Papier die – je nach Betrachtungsabstand – Schichtungen und Vernetzungen feinster Striche und Ebenen oder aber den Blick auf fiktive Landschaften freigaben.
Nur der genaue Blick verrät die zeitliche Dimension der Arbeiten, die einen langen Entstehungsprozess aus tausenden präzisen zarten Strichen hinter sich haben. In ihren Zwischenräumen und den einzelnen Schichten findet sich der Platz für die eigene Imagination.

Tuschzeichnungen mit Natur-anmutenden Abbildungen waren einem Objekt aus feinen schwarzen elastischen Bändern gegenübergestellt, welches von der Decke herab bis auf den Boden reichte. Jede Bewegung, jeder Luftzug bewegte und veränderte die Arbeit – und mit ihr die Schatten die sie auf die Umgebung warf.

Ich fühlte mich von Beginn an in den Sog dieser Arbeiten gezogen, die für mich durch starke Kontrast wirken. Schwarz zu weiß, starr zu weich, Natur zu „Künstlichkeit“.

Die 1968 geborene Wiener Künstlerin beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit der Definition von Natur wie sie konventionell alltäglich um uns herum dargestellt wird.
In dem sie sich der klassischen Bildsprache der Landschaft bedient, diese sich jedoch auf den zweiten Blick als etwas konstruiertes herausstellt, spielt Michaela Math mit der Wahrnehmung der Betrachter und irritiert somit auch deren Definition von Natur.

Michaela Marth wird durch die Christine König Galerie in Wien vertreten.

J.

Advertisements
1 Kommentar
  1. Jarg sagte:

    Traumschön und faszinierend. Danke für den Hinweis auf die Künstlerin, die mir noch nicht bekannt war.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: