Olivier Adam, Keine Sorge, mir geht’s gut

Lili schlägt die Tür zu und dreht den Schlüssel um.

Manchmal braucht es keinen dicken Wälzer, um eine berührende Geschichte zu erzählen. Olivier Adam erzählt in seinem schmalen Büchlein vor allem die Geschichte von Lili, einem jungen Mädchen, das in Paris als Kassiererin eines Supermarktes arbeitet. Gleichzeitig wird auch ihre Familiengeschichte erzählt, denn ihr innig geliebter Bruder Loïc verschwand mit 18 Jahren, als Lili gerade einmal 20 war. Mit seinem Verschwinden verlor sie ihren Lebensmittelpunkt, ihren Willen zu leben, nur mühsam schafften es die Eltern, sie wieder zurück ins Leben zu holen.
Auf welch ungewöhnliche, ja traurige Art ihnen das gelang, das möchte ich hier nicht vorweg nehmen. Mit kurzen, knappen Sätzen beschreibt Olivier Adam von ihrem Leben in Paris, lässt uns Leser teilhaben am Alltag seiner sehr fragilen Protagonistin, die schließlich dem Geheimnis ihrer Eltern auf die Spur kommt. Mit einem gewissen Abstand, aber gleichzeitig sehr bewegend erfährt man Lilis Vergangenheit und Gegenwart. Immer schwingt eine gewisse Melancholie mit.
Und so lässt sich schwer einordnen, was das Buch alles in einem auslöst. Manchmal machte es mich traurig, dann gab es wieder heitere Momente, dann wieder stand die Monotonie von Lilis Alltag im Mittelpunkt. Bewegend war es auf alle Fälle.
Für mich war es irgendwie ein passendes Buch für den Herbst.

Das Buch ist 2007 als Hardcover im Schirmer Graf Verlag erschienen, allerdings inzwischen vergriffen. Im Dezember 2008 wurde es im Piper Verlag als Taschenbuch veröffentlicht. 2007 wurde es auch verfilmt.

L.

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